Lysandra Books Adventskalender – Türchen 20

Kurzgeschichten-Türchen unserer Steam Master-Autorin Kate Dark

Lord Edwards Weihnachtsspiele

Lord Edward konnte Weihnachten nicht viel abgewinnen. Obwohl die Zeiten hart waren, lachten die Menschen und versuchten, ihren Liebsten eine Freude zu machen.
Warum nur zu dieser bestimmten Zeit?, fragte er sich zum wiederholten Mal und streckte sich, dehnte die schmerzenden Muskeln. Die Arbeit an seiner neuesten Erfindung nahm mehr Zeit in Anspruch, als ursprünglich geplant. Doch bald hätte er ein Geschenk für Viktoria. Zu Weihnachten.
»Nein«, murmelte er zu sich selbst. Er würde es ihr einfach so schenken. Nicht, weil ein bestimmter Tag ihn dazu drängte. Ob sie sehr verletzt wäre, wenn er ihr an diesem einen Tag nichts schenken würde?
Wütend kniff Edward die Augen zusammen. Was interessierte es ihn, ob seine Lustsklavin verletzt wäre? Die ehrliche Antwort darauf erschreckte ihn ein wenig: Weil sie sehr viel mehr für ihn war.
Lord Edward hatte schon jetzt öfter etwas mit Viktoria unternommen als mit allen seinen vorherigen Sklavinnen zusammen. Er stellte Viktoria immer als seine Partnerin vor, wenn sie ihn zu gesellschaftlichen Anlässen begleitete. Wenn andere Männer sie wohlwollend musterten, verspürte er den Drang, ihnen sofort zu zeigen, dass Viktoria allein ihm gehörte und keinem anderen.
Er sollte mit vielen Frauen zusammen sein. Als Kronrat im Dienst der Königin führte er ein angenehmes Leben. Politische Gegner fürchteten ihn. Die Menschen waren ihm treu ergeben. Sein immenses Vermögen ließ es ihm an nichts fehlen. In Wahrheit war Lord Edward jedoch seiner Lustsklavin hörig, obwohl es eigentlich andersherum sein sollte. Wenn Viktoria nicht bei ihm war, so wie jetzt, fühlte er sich leer – was er ihr natürlich niemals sagen oder zeigen würde. Diese Macht gab er ihr nicht.
Nach weiteren Stunden der Arbeit hatte Edward es geschafft. Er verließ sein Arbeitszimmer, auf der Suche nach seiner Sklavin und verzog sogleich das Gesicht. Während er an Viktorias Geschenk tüftelte, hatte jemand das Haus geschmückt. Überall fand er grüne und rote Bänder, Tannenzweige, Kerzen. Sogar ein reich verzierter Baum stand in seinem Wohnzimmer.
Viktoria stand auf einem Stuhl und setzte der Tanne einen goldenen Engel auf die Spitze. Ihre in Leder gekleidete anmutige Figur war kaum verhüllt. Ein klarer Verstoß gegen die Regeln. Schließlich durfte nur er ihren schönen Körper in all seiner Pracht bewundern.
Lauernd ging er auf sie zu, wartete, bis sie vom Stuhl heruntergestiegen war und griff in ihren Nacken. Erschrocken schnappte sie nach Luft. Lord Edward drehte sie herum. Ihre grünen Augen blickten lustvoll und erwartend zu ihm auf.
Tadelnd schnalzte er mit der Zunge. »Ein sehr kurzes Kleid, Viktoria.«
Schuldbewusst senkte sie den Blick. Beinahe hätte er gelacht. Jetzt brauchte sie auch nicht mehr so tun, als wäre es unabsichtlich passiert. »Verzeiht, Meister, ich werde mich umziehen.«
Er nickte zustimmend. »Das wirst du. Aber ich erwarte dich vorher in meinem Arbeitszimmer. Geh!«
Während Viktoria zügig aus dem Zimmer eilte, ließ er durch einen Diener das Feuer im Kamin entzünden. Vielleicht war doch ein erbärmlicher Romantiker an ihm verlorengegangen.
Auf dem Weg zu seinem Arbeitszimmer riss er einen Tannenzweig von der Wand ab, die roten und grünen Bänder ließ er dran. Kurz schlug er sich mit dem Zweig in die Handfläche. Sein Mundwinkel hob sich.
Die Lustsklavin kniete bereits nackt neben seinem Schreibtisch, die Beine leicht geöffnet, den Blick gesenkt. Genau wie er es immer von ihr verlangte. In dieser Hinsicht war sie sehr vorbildlich.
»Steh auf«, wies er sie an.
Anmutig erhob sie sich, präsentierte ihm die Schönheit ihres Körpers.
»Du weißt, warum ich dich bestrafen werde?«
»Ja, Meister«, hauchte sie und ihrer Stimme war die Erregung nur zu deutlich anzuhören.
»Stütze dich am Tisch ab, mit dem Rücken zur Tür.«
Ihr runder Po streckte sich ihm erwartungsvoll entgegen. Mit der Handfläche streichelte er sie, bevor er mit der anderen Hand ausholte und den Tannenzweig niedersausen ließ. Zischend holte sie Luft. Edward lächelte.
Nach zehn Schlägen war ihre Kehrseite rosa und die Atmung flach. Aber er würde ihr noch keine Erlösung schenken. Stattdessen griff er nach der kleinen Erfindung auf dem Tisch und drückte es ihr in die Hand.
»Für dich«, brummte er und küsste sie. Hart.

(© Kate Dark)