Lysandra Books Adventskalender – Türchen 23

Kurzgeschichten-Türchen unserer Steam Master-Autorin Kathrin Melan

Gesindel im Bett

Mark stieg aus seiner Kutsche, atmete tief durch und genoss die kalte, frische Winterluft. Vereinzelt segelten Schneeflocken aus dem schwarzen Himmel herab, schmolzen auf seiner Haut oder den rauen Fasern seines Wollmantels. Endlich war er daheim. Seine Firma kostete ihn momentan viel Zeit und Nerven. Bis in die frühen Abendstunden hinein bestellten Kunden Speziallieferungen, die bis Weihnachten noch fertig gestellt werden mussten.
Mark atmete tief durch und dachte an das warme Essen, ein Feuer im Kamin, einen Whiskey in der Hand und den alten Sessel, auf dem er heute seinen Abend verbringen würde.
Die Haushälterin, eine gedrungene Frau höheren Alters, platzte durch die Haustür nach draußen und rannte mit gerafften Röcken die Steintreppe nach unten.
„Endlich sind Sie da, Lord Rampton. Ich konnte sie nicht aufhalten. Sie sind einfach in das Haus eingedrungen und im Schlafzimmer verschwunden.“
Mark war alarmiert, blieb aber ruhig und legte beide Hände auf Madame Worthingtons Schultern, um sie zu beruhigen.
„Darf ich fragen, wen Sie meinen?“
„Gesindel.“ Sie jammerte und klagte, schließlich presste sie eine Hand auf ihren Mund und schluchzte laut, in ihren Augen standen Tränen.
„Gehen Sie bitte wieder ins Haus zurück und wärmen Sie sich in der Küche auf, ich werde die Situation klären.“
Mit schnellen Schritten betrat er sein Haus, ignorierte den Duft des Essens und seinen knurrenden Magen. Schnell öffnete er den Mantel, ließ ihn von den Schultern rutschen und warf das Kleidungsstück in Richtung der Garderobe. Dann sprang er die Treppenstufen hoch.
Im oberen Stockwerk stand die Schlafzimmertür einen Spalt breit offen, Licht fiel hindurch und Mark hörte Stimmen. Er zog die Zwillingsrevolver unter der Weste hervor und stieß die Tür nach innen auf. Sofort ließ er die Waffen wieder sinken, als ihn die beiden Eindringlinge vom Bett aus angrinsten.
„Master, Ihr seid zu früh.“ Seine Aethersklavin Monica kniete in einem schwarzen Ledereinteiler auf dem Bett. Ihre roten Haare endeten über nackten Schultern. Vor ihr saß Celine, die weiße Korsage drückte ihre vollen Brüste nach oben. Um ihren Körper war ein Seil geknotet und über ihren Schoß lag eine große rote Schleife.
Langsam steckte Mark die Revolver zurück in die Holster. „Wenn ich später gekommen wäre, hätte ich mir eine neue Haushälterin suchen müssen, ihr habt sie ziemlich erschreckt.“ Er schloss die Tür hinter sich ab.
„Ich habe ihr angeboten uns zu unterstützen, aber sie hat abgelehnt.“ Celine besaß die Nerven, enttäuscht auszusehen. Mark verdeckte sein Grinsen mit einer Hand und schüttelte den Kopf.
„Ich habe mit euch erst an den Feiertagen gerechnet.“
„Wir hatten Sehnsucht, Master.“
„Sprich für dich selbst, Monica. Ich möchte die Überraschungen sehen, die er uns versprochen hat.“
Monica klatschte Celine mit der flachen Hand auf den Oberschenkel. Mark zog eine Augenbraue hoch.
„Die Abwesenheit hat dir nicht gutgetan, Celine.“ Er stand jetzt direkt vor dem großen Bett und zog Celine zu sich her. Er drückte sie mit dem Oberkörper auf die Tagesdecke am Fußende, ihr Hintern ragte in die Höhe. Mark strich mit der Hand über ihr Gesäß, genoss die glatte Haut unter seinen Fingern, dann beugte er sich vor und biss in ihre Pobacke.
Celine lachte überrascht auf. Er hatte sie vermisst.
Die Arbeit in seiner Firma, die Planung der Gerätschaften für das Hotel Aethernanox, das nächstes Jahr eröffnen würde und seine Tüfteleien in der Waffenfabrik kosteten so viel Zeit, dass er seiner Verpflichtung als Steam Master nicht immer nachkommen konnte.
Mark rollte Celine auf den Rücken, warf die rote Schleife zur Seite und kniete sich zwischen ihre geöffneten Beine. Er beschloss, sich zuerst um seine Bedürfnisse zu kümmern, bevor er mit den beiden Sklavinnen die neuen Geräte testete. Celine schlang ihre Beine um seine Hüften und drückte ihn näher an ihr Becken. Ihre vollen Lippen öffneten sich, als er sie küsste. Doch bevor er den Kuss vertiefen konnte, ließ sie von ihm ab und hauchte ihm „Fröhliche Weihnachten“ ins Ohr.

(© Kathrin Melan)